Sport ist gesund - aber nicht immer!

Dass Bewegung und Sport einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben belegen zahlreiche Studien, das ist unumstritten. Altersbedingte Verschleißerscheinungen werden verlangsamt, das Risiko auf chronische Krankheiten reduziert und unser allgemeines Wohlbefinden gesteigert. - Allerdings nur, wenn das richtige Maß getroffen wird. Denn bekanntlich macht die Dosis das Gift.



Aber was genau ist denn nun das richtige Maß? Das ist von Person zu Person höchst unterschiedlich. Hierfür müssen zum einen die Lebensumstände und das Fitnesslevel einbezogen werden, zum anderen muss gelernt werden die Bedürfnisse des eigenen Körpers wahrzunehmen und richtig einzuschätzen.

Schnell wird über das Ziel hinausgeschossen nach dem Motto "viel hilft viel". Das vermeintlich willkommene "Auspowern" nach einem anstrengenden Tag wird unbemerkt zur Zerreißprobe für den Körper.


Keine Frage - um den Körper stärker und fitter zu machen, brauchen wir eine bestimmte körperliche Belastung. Wenn wir unsere Skelettmuskulatur und das Herz-Kreislaufsystem nicht fordern, wird es keine positiven Anpassungen geben, doch gleichzeitig ist es ein Stressfaktor für unseren Körper.

Stress ist nicht direkt negativ; er optimiert uns für eine hohe Leistungsbereitschaft. Gleichzeitig wirkt sich die übermäßige und langanhaltende Konzentration von Cortisol und Adrenalin im Blut negativ auf die Gesundheit aus. Verspannungen, Bluthochdruck und ein geschwächtes Immunsystem können unter anderem die Folgen sein (1). Im Endeffekt kommt es wie überall im Leben auf die richtige Balance an. Der Ausgleich von Belastung und Erholung ist der Schlüssel zu einem gesunden Lebensstil.

Sport ist hierfür ein ganz tolles und wichtiges Werkzeug, um sich auf die Belastungen des Alltags vorzubereiten und Stress zu reduzieren (2). Aber eben im richtigen Maß!


Ich habe es leider bei Kunden oft erlebt, dass der Stress unterschätzt oder einfach ignoriert wurde und mit Vollgas weitergemacht wurde. Das ist tatsächlich häufig im Burn-out in Kombination mit körperlichen Verletzungen geendet. Lass es nicht soweit kommen, dass dein Körper für dich die Notbremse zieht!


Wenn du das Gefühl hast, ständig unter Strom zu stehen, setze dem Ganzen bitte nicht noch die Krone auf, indem du ein hardcore HIT-Training durchführst. Dein Training kann stattdessen aus moderatem Kraft- und Ausdauertraining bestehen.

Zusätzlich kannst du zur Entspannung einen ausgedehnten Spaziergang, Atemübungen, Yoga oder eine kleine Meditation machen.

Wenn der richtige Ausgleich gegeben ist, spricht natürlich nichts gegen ein Training bis zum Limit. ;-)


Wenn du dir selbst nicht sicher bist, welches Trainingsmaß für dich das richtige ist, hole dir gern eine Expertenmeinung ein.




Quellen:

(1) https://www.aok.de/pk/hessen/inhalt/stress-und-seine-folgen-7/

(2) "The Protective Role of Exercise on Stress System Dysregulation and Comorbidities", A. Tsatsoulis, S. Fountoulakis


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